12 Thieves

Der Dieb von Bagdad
12 Thieves

Worum geht es?

Mit „12 Thieves“ hat Thorsten Gimmler ein einfaches, aber spannendes Spiel um den besten Dieb entworfen. Es handelt sich hierbei um die Neuauflage von „Der Dieb von Bagdad“. Bis zu vier Diebe versuchen die meisten Schatztruhen zu stehlen. Wie das gelingt und wieviel Spaß das Spiel macht, erfahrt ihr in unserer Spielekritik.

Spielablauf

Vor sechs Palästen befinden sich Wächter. Einig hat man geschmiert, andere muss man überlisten. Ziel ist es unbemerkt an den Wächtern vorbei in die Paläste einzudringen und die Schätze zu stehlen. Dazu bekommt jeder ein Set von Palastkarten auf die Hand und man kann so seinen Dieb von einem zum anderen Palast schicken. Wer zuerst die benötigte Anzahl an Schatztruhe gestohlen hat wird zum Dieb von Bagdad.

In der Mitte des Tischs wird der Spielplan mit den sechs Palästen aufgebaut. Von den Schatztruhen gibt es unterschiedlich schwierig zu stehlende Truhen. Einige Truhen benötigen nur vier Diebe, für andere wiederum sind sieben Diebe nötig. Was es damit auf sich hat erkläre ich später.

Zunächst werden aber alle Truhen gleichmäßig auf die Paläste verteilt. Man bildet jeweils einen Stapel bei dem die höchste Anzahl an Dieben auf dem Truhenplättchen unten liegt und das niedrigste oben. Der Clou an der Sache ist, dass man mit zunehmendem Spiel immer mehr Diebe in einem Palast braucht, um eine Truhe zu stehlen. Wer also die erste Truhe des Palasts stehlen will, muss dafür nur vier Diebe im Einsatz haben. Der nächste Spieler braucht schon fünf, der nächste sechs und der letzte sieben Diebe.

Vor jedem Palast wird im Grundspiel ein schwarzer Wächter platziert. Diese sind neutrale Wächter die jeder Spieler einerseits verschieben darf, andererseits aber trotzdem überlisten muss.

Die Palastkarten werden gut gemischt und als Nachziehstapel neben das Spielfeld gelegt. Je nach Anzahl der Spieler erhält man bei zwei Spielern vier Wächter in der eigenen Farbe, bei drei Spielern drei Wächter und bei vier Spielern zwei Wächter. Der älteste Spieler ist Startspieler und bekommt sechs Palastkarten auf die Hand. Alle anderen Spieler jeweils eine Karte mehr als der Vorgänger. Bei vier Spielern darf also der letzte Spieler zu Beginn neun Palastkarten auf der Hand halten. Von den Wächtern platzieren nun alle Spieler reihum ihre Figuren vor einem der Paläste.

Das eigentliche Spiel besteht aus dem geschickten Ausspielen seiner Palastkarten. Es gibt verschiedene Aktionen die man in seinem Zug ausführen darf. Außerdem darf man beliebig viele Aktionen ausführen, allerdings höchstens drei Aktionen an denen ein Dieb beteiligt ist.

Im Folgenden erkläre ich die einzelnen Aktionen.

1. Dieb aus Vorrat auf Palast stellen

Für jeden fremden Wächter vor einem Palast, muss man jeweils eine Palastkarte der entsprechenden Farbe ausspielen. Es muss zudem mindestens ein eigener Wächter vor dem Eingang stehen.

2. Eigenen Wächter umsetzen

Das Umsetzen funktioniert recht einfach indem man eine Karte mit der Farbe des Palasts ausspielt wohin man die Figur ziehen möchte, oder eine Karte von der man gerade kommt. Man kann einen Wächter nur umziehen, wenn vor dem Ziel ein freies Feld ist.

Hat man einen Dieb in dem Palast vor dem der Wächter stand, darf man diesen Dieb kostenlos mitnehmen.

3. Neutrale Wächter umziehen

Will man einen neutralen, schwarzen Wächter umziehen, dann muss man zwei Karten ausspielen. Die eine Karte muss die Farbe haben von der man kommt, die zweite muss die Farbe haben wohin man zieht.

Hat man genügend Diebe in einem Palast, nimmt man sich die Truhe in seinen Vorrat. Das Spiel endet je nach Anzahl der Spieler, sobald einer der Mitspieler sechs, fünf oder vier Schatztruhen (2, 3 oder 4 Spieler) gestohlen hat.

Wer seinen Zug bzw. seine Aktionen ausgeführt hat, nimmt sich drei neue Palastkarten auf die Hand. Wer keine Aktion durchführen will oder kann, darf sich vier Karten nehmen. Eine dieser Karten darf eine Tänzerin sein. Die Tänzerin ist ein Joker und kann wie jede beliebige Farbe verwendet werden.

Eine Variante zum Grundspiel ist es alle neutralen Wächter einzusetzen und diese nicht zu Beginn des Spiels vor jeweils einem Eingang zu positionieren, sondern alle Mitspieler stellen reihum einen dieser schwarzen Wächter vor einen beliebigen Palast. So verändert sich die Ausgangssituation noch einmal und schafft etwas mehr Abwechslung.

Fazit

Völlig zu Recht war „Der Dieb von Bagdad“ nominiert zum „Spiel des Jahres 2007“. Es ist sehr einfach erklärt und gespielt, und bietet mit minimalen Mitteln eine Menge Möglichkeiten seine Aktionen auszuführen oder die eine oder andere Taktik auszuprobieren. Bei uns kommt das Spiel in regelmäßigen Abständen immer wieder gerne auf den Tisch. Vor allem bleibt es nie bei einer Partie, sondern es wird immer noch eine Revanche gefordert. Das Spiel macht mit vier Spielern auf jeden Fall am meisten Spaß. Dann kann man einerseits die anderen am besten ärgern, andererseits ist es nicht so planbar wie mit zwei Spielern.

Obwohl wir Vielspieler sind, wird das Spiel gerne gespielt und das zeugt nach so langer Zeit durchaus von Qualität. Mit einer angenehmen Dauer von rund 45 Minuten und einem überschaubaren Schwierigkeitsgrad ist es auch für Familien bestens geeignet. Denn hier kann der ein oder andere Taktiker sicherlich aufblühen, letztlich spielt das Glück aber eine Rolle die man nicht vollends vorausplanen kann.

PS: Das Spiel wurde mittlerweile unter dem Titel „12 Thieves“ neu veröffentlicht. Den in letzter Zeit eingesetzten Trend hin zu englischsprachigen Titeln wird langsam lästig und störend. Hier nicht nur, weil hier ein bekanntes Spiel einen völlig neuen Namen bekommt. Auch weil es für die Zielgruppen teilweise schwer auszusprechen oder gar nicht erst verständlich ist. ich finde schade, dass die Spiele ihre Eigenständigkeit verlieren und man vermutlich aus Marketinggründen glaubt internationalisieren zu müssen.

12 Rezensionen und Tests

Achtung, jeder Blog und jede Seite hat ein eigenes Bewertungssystem. Die Wertungen für diesen Pressespiegel werden auf die REDUXO-Skala von 1 bis 6 Punkte umgerechnet.
  • 5/6 Punkte

    Ein leicht zu erlernendes Spiel, das trotzdem genügend Spielraum für taktisches Geplänkel lässt.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Spieletest.at verfügbar.
  • 8/10 Punkte

    Das Spiel „Der Dieb von Bagdad“ ist ein sehr schönes Familienspiel an welchem sowohl Wenigspieler als auch Vielspieler ihre Freude haben.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Cliquenabend verfügbar.
  • 14/20 Punkte

    Positiv an „Der Dieb von Bagdad“ ist, dass es sehr schnell zu erlernen ist. Die relativ geringe Komplexitätsdichte macht es dabei auch für Wenigspieler interessant.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von brettspiele-report verfügbar.
  • 7/10 Punkte
    Die komplette Kritik ist auf der Website von angespielt verfügbar.
  • 4/6 Punkte

    Die Regeln des Spiels sind einfach, das Thema wirkt etwas aufgesetzt und/aber das wichtigste ist, dass es Spass macht, am meisten zu viert.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Holgs Spieleteufel verfügbar.
  • 4/6 Punkte

    Insgesamt überzeugt „Der Dieb von Bagdad“ als Mischung aus leichter Taktik gepaart mit einem gewissen Glücksfaktor und spielt sich "rund“.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von H@ll9000 verfügbar.
  • 4/6 Punkte

    Eigentlich kam „Der Dieb von Bagdad“ in unseren Testrunden recht gut an. Es spielt sich ganz angenehm und ist wohl als Lückenfüller ab und zu für ne Runde gut, doch auf Dauer hält einen das Spiel nicht wirklich bei Laune, da es mir dabei recht bald langweilig wurde.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Spielmonster verfügbar.
  • 3/6 Punkte

    Bei „Der Dieb von Bagdad“ drängt sich leider ganz schnell der Eindruck auf, dass dem Autoren hier irgendwie nicht so recht etwas Neues einfallen wollte. Der Mechanismus ist relativ altbacken und dementsprechend wenig attraktiv:

    Die komplette Kritik ist auf der Website von GoodGameGuide verfügbar.
  • 3/6 Punkte

    Für Wenigspieler sicherlich ein schönes Spiel, das sehr leichte Regel hat, aber dennoch etwas taktischen Tiefgang besitzt.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Michas Spiel mit mir verfügbar.
  • Die leicht verständlichen Regeln mit dem gut passenden Thema prädestinieren „Der Dieb von Bagdad“ geradezu als Familienspiel - hierbei spielt die geringe Spieldauer von 45 Minuten keine unwesentliche Rolle.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von FAIRspielt verfügbar.
  • Das Gefühl von Heimlichtuerei und intelligentem Diebstahl kommt nicht auf. Dies ist auch nicht notwendig, weil das Spiel auch so gute Unterhaltung bietet.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Die Pöppelkiste verfügbar.
  • Alles in allem ist Der Dieb von Bagdad eine klare Empfehlung (nicht nur) für Familien- und Gelegenheitsspieler. Alle, die sich auf diese Diebereien einlassen, bekommen ein spannendes und unterhaltsames Spiel für Zwischendurch.

    Die komplette Kritik ist auf der Website von Reich der Spiele verfügbar.
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9 Bewertungen

4,0

Übersicht durchschnittliche Rezensionen und Spieletests für dieses Spiel.

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Eigenschaften
Erscheinungsdatum: 12/2006
Neuauflage: 02/2017
Nominierung:
Verlag:
Autor:
Kategorie:
  • Brettspiel
Spieler: 2–4
Empfl. Alter: ab 8 Jahre
Dauer: 45 Minuten
Gewicht: 975 g
EAN: 4010350103418
Preis (UVP): 34,99
REDUXO Wertung: 5/6 Punkte
Presse Wertung:
(4,0/6 Punkte, 9 Bewertungen)
Spielanleitung: Kostenlos herunterladen (PDF)